Nachrichten & Newsletter

Newsletter vom 20. Juli 2024 
95% des Denkens ist Ablenkung 
 
Das narrative Selbst kennt jeder von uns. Es ist das Gedankenplappern das uns beschäftigt hält. Es hat eine Tendenz alles zu bewerten und zu beurteilen.

Das narrative Selbst hat negative Auswirkungen.

1.       Es setzt herab und bewertet (entweder sich oder die anderen) und führt dadurch in die Trennung von Dir und anderen.

2.       Es hindert daran die augenblickliche Erfahrung tiefer zu erleben weil es Dich zutextet und nicht zur Ruhe kommen lässt.
 

Was kann helfen?
 
Flow ist das Glück im Tun. Der Psychologe Csíkszentmihályi gilt als Schöpfer dieses Konzeptes. Es beschreibt den Zustand des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit, fast selbstvergessen und gerade dadurch am oberen Limit ihrer Fähigkeiten befindet sich die Person in fließendem Einklang mit ihrem Tun. 
Selbstvergessen bedeutet, es fehlen alle Kommentare des narrativen Selbst und das bewertende Denken. Es ist ein Gefühl der Ganzheitlichkeit aber ohne Euphorie es ist eine Sinneslust oder eine Lust des Tuns.

Eine andere Möglichkeit ist, einen deutlicheren Zugang zu Deinen Gefühlen zu finden, Kopf und Bauch dauerhaft besser zusammenwirken zu lassen,  die Ausrichtung nach inneren und äußeren Erwartungen in den Hintergrund treten zu lassen. 

Du gehst dabei mehr und mehr nach Deiner inneren Stimmigkeit und lebst und handelst aus dieser inneren Gewissheit heraus, Dein Dasein nicht rechtfertigen oder beweisen zu müssen (wie wertvoll, wie hilfreich etc.) sondern in eine Verbundenheit mit allen Menschen treten zu können. 
Gegenwärtigkeit nennt man diesen Zustand.
Eine größere Sebstwirksamkeit und innere Autonomie sind direkte Folgen.

Newsletter vom 13. Juli 2024 
Verbundenheit

Verbundenheit ist ein Zustand, der innere Verwundbarkeit zulässt, ja sie sogar aufsucht. Ich mache mich innerlich so auf, dass ich die Wunde des anderen spüre: seine Sehnsucht, seine Verzweiflung. Von meiner Wunde, meiner Verletztheit entferne ich jeden Schutz. Das geht mit wenig Worten, oder sagen wir, viele Worte sind eher ein Zeichen dass Ihr beide gemeinsam euch nicht an dem Ort der wahren Verbundenheit befindet. 

Diese wahre Verbundenheit ist der wahrhaftigste Ort der zwischen zwei Menschen entstehen kann.
Und nichts wärmt, sättigt und versöhnt einander in solcher Weise wie diesen gemeinsamen Ort aufzusuchen bzw. entstehen zu lassen. 

Wie entsteht er denn nun? Dieser Ort? 

Durch Zeitlosigkeit. Tempolosigkeit ist der Schlüssel. 

Durch Schweigen. 

Durch Fühlen. 

Durch Ausdrücken der Gefühle (Keine Gedanken, keine Rationalisierungen, etc.).

Durch den Blick in die Augen des Gegenübers. 

Durch Zulassen der Berührung im anderen und in Dir selbst.
Durch Genuss dieser Berührung.

Durch Schweigen. 

Durch Fühlen was jetzt ist…


Das klingt trivial? 

Mag sein. 

Es findet in 99,8 % aller Begegnungen nicht statt. 

Warum fällt es so schwer? 

Warum befällt die meisten Menschen ein Unbehagen und sie wollen nichts wie weg?
Ist es vielleicht die Angst vor einer Intensität der Begegnung, der man nicht gewachsen scheint?
Die nicht mehr den gängigen Mechanismen der Kontrolle gehorcht? 
Die nicht mehr den gängigen Mustern sozialer Interaktion entspricht und damit die Angst für komisch befunden zu werden? 

Versuche es! 

So geht einlassen.

Newsletter vom 6. Juli 2024
Die Urwunde

Was ist Deine Urwunde?

Deine Urwunde ist in gewisser Weise Deine größte Kompetenz. Sie ist der emotionale Bereich mit dem Du Dich am tiefsten auseinander gesetzt hast, weil Schmerz, Sehnsucht, Vermeidung und Antriebsmotor in direkter Verbindung zu ihr stehen.
Die Urangst eines jeden Menschen ist die Angst zu sterben. Aber WIE dieses Sterben im Konkreten vor sich geht, bildet Deine Urwunde ab. 

Stirbst Du indem andere Dich verachten, verhungern lassen und ausschließen? Stirbst Du weil die Wände in einem Raum immer enger werden, oder ein Raum mit Wasser voll läuft und droht, Dich zu ersticken?

Metaphorisch bilden diese beiden Bilder verschiedene Urwunden ab.

Gibt es Kategorien der Urwunde?

Es gibt eine Vielzahl von Konzepten, die das Thema umkreisen haben aber sie halten Dich eventuell vom spüren ab und führen dazu, dass Du Dich fragst, ob Du richtig bist, ob Deine Urwunde ins Schema passt. 
Oder Du fühlst erst gar nicht selbst, sondern gehst die Konzepte wie Angebote durch, siehst in jede Schublade kurz hinein und fragst Dich ob Dich der Inhalt besonders anspricht.

So wirst Du das emotionale Erlebnis, Deine Urwunde aufzuspühren, verpassen. Du wirst die Schwärze und die Angst nicht fühlen, weil Du versuchst, sie im Kopft durch Abwägen zu finden.

Dann warst Du aber auch nirgends....
Du hast keinen Platz in Deiner Gefühlswelt gesucht, bist nicht gefallen, hast Dich nicht eingelassen auf Dich selbst.

Newsletter vom 29. Juni 2024 
Die Angst verhindert nicht den Tod, die Angst verhindert das Leben (Nagib Mahfuz)
 

Drei Anliegen (oder Sehnsüchte) treiben die Menschen zur Biographiearbeit

1. Das Anliegen lebendig zu sein und gesund, mit einer spürbaren Vitalität, mit einer pulsierenden, strömenden, fließenden lustvollen Energie - die Erfüllung dieses Bedürfnisses ist Lebenslust und Freiheit.

2. Das Anliegen mit anderen in Gemeinsamkeit und Verbundenheit zu leben. Die Erfüllung ist das Glück der Begegnung, Beziehung und Verbundenheit zu und mit anderen - und damit die Liebe.

3. Das Anliegen sinnvoll zu leben im Blick auf das Ganze. Freude am Entwerfen und Gestalten empfinden zu können und an dessen Teilhabe am sinnvollen Ganzen. Die Erfüllung ist Klarheit und Wahrheit.

Dahinter liegen drei fundamentale Ängste:

1. Die Not der Begrenztheit oder des Sterbens, der Krankheit, der Schwäche, die Angst vor dem Tod, die Angst vor Zerbrechlichkeit, Endlichkeit und Ohnmacht.

2. Die Not der Trostlosigkeit, des Alleinseins, der Schmerz des Ungeliebtseins und die Angst davor.

3. Die Not der Verzweiflung des Geistes an den Widrigkeiten des menschlichen Spiegelkabinettes aus Ignoranz, Selbstsucht etc.

Newsletter vom 22. Juni 2024 
Lebendigkeit hat ihren Ursprung im Auge des Orkans
oder "Kill your-self everyday" (Akzeptanz- und Commitment-Therapie von Steven C. Hayes)

Ein anderes Wort für diesen Anfang ist Gegenwärtigkeit. Dazu müssen die Gedanken, die Befürchtungen und Sorgen, die Vergleiche und Bewertungen innehalten.

Klar, klingt gut, wie geht das?
Mit einer Haltung des einverstanden seins und das beinhaltet zum einen nicht haben zu wollen was man nicht hat und auch nicht das abzulehnen was da ist. Über kurz oder lang ist das das Ende des inneren Kritikers.

Das ist der Zustand, den wir in der Biographiearbeit erreichen möchten. Erst von dort aus lichten sich die Wolken und es wird eine andere Form der Betrachtung des eigenen Lebens möglich.

Eine sehr schöne Möglichkeit dorthin zu gelangen, ist die Polaritätsarbeit nach Leland Johnson. Dazu möchte ich hier und jetzt nicht ins Detail gehen aber gerne leite ich Sie an.

Newsletter vom 15. Juni 2024 
Was Gedanken und Temperaturunterschiede gemeinsam haben 

Die Griechen konnten sich bei der Betrachtung von Meeresstürmen und deren plötzlicher Entstehung nichts anderes vorstellen, als dass so etwas Gewaltiges und Plötzliches von "Jemandem" heraufbeschworen worden war, einem Gott. Sie wussten nichts  von Tiefdruckgebieten, Temperaturunterschieden etc und konnten sich daher den Sturm nicht durch solche physikalischen Ereignisse erklären.

Um die Parallele klarer zu machen nun eine kleine Übung: 

Nimm den Fluss Deiner Gedanken wahr, wie ein Gedanke von einem anderen ausgelöst wird....
Dann schau auf Deine Bedürfnisse, die Du in Deinem Körper wahrnimmst (oft auch Körperempfindungen wie Müdigkeit, Hunger). 
Nimm dann die Gefühle wahr, die mit diesen Bedürfnissen zusammenhängen und aber auch von Gedanken verursacht werden.
Zuletzt nimm die Impulse wahr, die ein inneres oder äußeres Handeln anstossen möchten.

Das sind alles Prozesse wie meteorologische Prozesse, die zu Winden und Stürmen führen.

Emotionen überrollen Dich manchmal wie Wellen in einem Sturm und doch sind sie aus Gedanken entstanden. Gedanken und Konzepte sind der Urgrund der Stürme - nicht Gefühle.
Gefühle sind unsere Freunde. 
Richtungsweiser hin zur inneren Tür der Freiheit.

Jetzt nimm wahr, wie Du Dich als Zuschauer oder Beobachter gefühlt hast, der alle Zutaten des "Sturms" wahrnimmt (Gedanken, Gefühle, Impulse) und doch ein Zentrum  besitzt und nicht mitgerissen wird. 
Wie das Zentrum eines Wirbelsturms, in dem es windstill ist.