Das freie Hören
Beim Kennenlernen liegt mein Fokus auf "freiem" Zuhören, ohne sofortige Bewertungen oder Versuche, das Gehörte zu analysieren.
Ich verzichte darauf, psychologische Theorien anzuwenden oder moralische Bewertungen vorzunehmen.
Stattdessen versuche ich, DICH innerlich zu verstehen und präsentiere keine eigenen Diagnosen oder Gedanken.
Ich nehme das Gehörte mit in die Nacht, was organisch zu Verständnishilfen führt. Durch dieses "freie" Zuhören erfasse ich die Gesamtsituation besser als durch interpretierendes Zuhören.
Das Zulassen von Unbekanntem führt zu neuen Erkenntnissen, und ich berücksichtige dabei auch nonverbale Elemente wie Stimmfarbe und Gestik. Meine Imagination fasst das Gehörte in bildhafte Form mit impulsgebendem Charakter. Solche Bilder entstehen spontan und können nicht absichtlich herbeigeführt werden.
Die Essenz des Zuhörens besteht im Loslassen, wodurch im Gespräch ein freiheitsbetontes, zukunftsorientiertes Element entsteht.
Die Frage
Indem ich eine Aussage oder eine feststehende Tatsache in eine Frage umforme, vollziehe ich eine Umkehrung.
Die Frage transformiert das Etablierte, befreit es aus dem Netz des fest Verankerten und eröffnet dadurch neue Zugänge und Sinnzusammenhänge für andere. Durch die Frage wird die ansonsten statische Tatsache flexibel.
Ähnlich wie das Kommentieren, Erklären und Beurteilen beim Zuhören hinderlich sein können, erweist sich das Festhalten an bereits Gewusstem, der Drang, andere zu überzeugen oder die Forderung nach schnellen Antworten beim Fragen als kontraproduktiv.